Zur neuen Pfadiregion Glockenhof gehören nun auch die Abteilungen Flamberg, DWB (Dietlikon, Wangen, Brüttisellen) und Landskron-Werdegg (Kloten, Bassersdorf, Nürensdorf). Alles ganz neu? Eigentlich nicht. Wie ein Blick ins Archiv zeigt, hatten alle schon vor Jahrzehnten Kontakte zum Gloggi.
Die längste Geschichte teilen Gloggi und Flamberg. Schon in den 1920er-Jahren, bald nach der Flamberg-Gründung, schlossen sie sich mit der französischsprachigen Abteilung Baden-Powell zum Stadtverband zusammen und betrieben im Gloggi gemeinsam ein Büro. 1923/24 sah die gemeinsame Werbung so aus:

Später war man sich in vielem nicht mehr einig. Der Flamberg wollte z.B. keine Wölfe einführen, das war ihm zu englisch, er gründete für die jüngeren Knaben die Jungflamberger. Allgemein fand man im Flamberg, der Gloggi sei zu international eingestellt. Der GP berichtete immer wieder auch sehr positiv über den Flamberg. Eindruck machte, dass die Flamberger an den Wettkämpfen immer praktisch vollzählig waren, während die Anwesenheit der Gloggianer häufig zu wünschen übrig liess. Zu lesen ist auch, dass man sich in Lagern gegenseitig anschlich und sich die Wimpel klaute.

Im GP sind auch rührende Geschichten zu lesen, etwa vom Bundeslager 1938 auf dem Adlisberg. Ein Gloggipfadi hatte mit einem Tessiner Pfadi die Krawatte getauscht. Als der Tessiner stolz mit seiner Gloggikrawatte wieder in den Tessiner Teil des Bulas zurückkehren wollte, liess man ihn als Fremden nicht mehr hinein.
Ganz aufgelöst wollte er den Tausch rückgängig machen. Doch die Tessiner Krawatte war mit anderen Souvenirs von besuchenden Eltern mit nach Hause genommen worden und die waren nicht zu erreichen. Zum Glück erinnerte sich im Gloggi-Lager jemand, dass doch ein Zug aus dem Flamberg auch blau-rote Krawatten hatte. Die Flamberger gaben dem Tessiner hilfsbereit eine ihrer Krawatten, so dass er endlich wieder in sein Lager zurückkehren konnte.

Die Flamberger waren auch die ersten, die die Bläsimühle in den 1930er Jahren in Pfadikreisen bekannt machten. Sie führten Weekends in der Umgebung des heutigen Pfadiheims durch. Dabei bauten sie, um dort den Bach zu überqueren, sogar eine neuartige Seilbrücke und gaben ihr den Namen «Bläsimühle». Diese Seilbrücke wurde auch am Bundeslager vorgestellt. Hier ein Foto aus dem Lagerbericht des Wulp von 1938.

Wie der erste Abteilungsleiter der Seepfadi im GP schilderte, war es in den 1950er-Jahren ein Flamberger, der mit ihm zusammen die Idee hatte, in Zürich Seepfadis zu gründen. Kein Wunder dass auch dieses GP-Titelbild von 2009 von einem Flamberger stammte.
Die Abteilungen DWB und Landskron-Werdegg kommen beide aus dem Landenberg. Der Landenberg war, vor allem in Zürich-Nord, eine ernsthafte Konkurrenz zum Gloggi. Man pflegte aber immer auch enge Beziehungen. Das führte sogar dazu, dass 1936 der Gloggianer Mutschli Abteilungsleiter des Landenberg wurde.
Ein Ursprung der heutigen Abteilung DWB liegt ebenfalls im Gloggi. Im Walliseller Stamm Olymp bildete sich anfangs der 1940er-Jahre nämlich eine Gruppe Luchs, die nur aus Dietliker Pfadis bestand. Diese machten sich vier Jahre später selbständig und entwickelten sich zur Abteilung Hagenberg, die später zum Landenberg stiess. Die Kontakte im Hardwald scheinen aber rege geblieben zu sein. 1948 fuhr man zusammen ins Bundeslager nach Trevano.
Vor mehr als 50 Jahren taucht die Meitliabteilung Landskron (die sich 2021 mit der Buebepfadi Werdegg zusammenschloss) dann in den Akten auf. Der 4. Zug der Manegg führte sein Herbstlager 1972 mit dem Trupp Bassersdorf der Abteilung Landskron im Calancatal durch. Man bildete im Lager sogar gemischte Gruppen, um intensive Kontakte zu schaffen
Auch Familienabende mit ihren Theatervorführungen waren immer eine gute Möglichkeit, Pfadi und Leitende aus anderen Abteilungen zu treffen.

1995 besuchten viele Gloggi-Leitende den Familienabend der Abteilung Landskron in Kloten. Das Theaterstück handelte von einer Auseinandersetzung von zwei Jugendbanden, den «Gruftis» und den «Tussis». Der GP-Berichterstatter war begeistert von den hervorragend choreographierten Tänzen. Das Stück beindruckte tief. Der überwältigende Applaus wollte nicht mehr aufhören.
Die neu zur Pfadiregion stossenden Abteilungen sind also alte Vertraute, die mit den bisherigen Gloggi-Abteilungen viele gemeinsame Geschichten teilen. Herzlich willkommen, auch wir vom Archiv freuen uns auf viele weitere Geschichten.
