
Höhepunkt im Gloggijahr war über viele Jahrzehnte der Familienabend, kurz der FA.
Letzthin haben wir im Archiv alte Zeichnungen aus Gruppenbüchern und Fotos gescannt. Dabei wurden Erinnerungen an frühere Familienabende wach, an Lieder, die damals zu jedem Theaterstück gehörten, an die langen Pausen, in denen sich die ganze Gloggi-Familie getroffen hatte. Wölfe, Pfadis, Rover, Leitende, Eltern, APVler, Kolleginnen und Kollegen aus befreundeten Pfadiabteilungen, aus Kantons- und Bundesleitung – alle kamen jeweils an die Familienabende. Durchführungsort war meist der Gloggi an der Zürcher Sihlstrasse, ab 1969 der Stadthof 11, verschiedene Kirchgemeindehäuser und Theatersäle, das Savera-Areal mit Sarasani und Bühne auf dem Zürichsee und schliesslich wieder der Gloggi.
Schon als 1915 der erste Familienabend stattfand, war er eine Art Schaufenster. Hier präsentierten die Pfadi, dass sie nicht nur im Wald zu Hause waren, sondern dass sie auch musikalisch, beim Theaterstücke schreiben und aufführen, als Bühnenbildnerinnen und Schausteller Talent hatten.
Der Saal konnte immer – in den 1950er-Jahren bis zu fünf Mal – gefüllt werden.
(Bild: gefüllter Saal, 1930)

Die Wölfe sangen ein Eröffnungslied, und die Abteilungs- bzw. Korpsleitung begrüsste die Anwesenden. Danach folgten Theaterstücke oder musikalische und turnerische Darbietungen von Wölfen und Pfadis




Dann folgte die lange Pause. Sie bot Gelegenheit, alte Bekannte wieder zu treffen, sich an den verschiedenen Attraktionen zu freuen, zu essen, zu trinken, am Wettbewerb mitzumachen und Tombola-Lose zu kaufen.
Familienabende waren eine sehr wichtige Finanzaktion, der Gewinn wurde zwischen Abteilung und den Einheiten aufgeteilt. Entsprechend legten sich alle ins Zeug. Man verkaufte an möglichst alle Verwandten Billette, sammelte bei Firmen Tombolagegenstände, animierte die Familie, Kuchen zu backen und belegte Brote zu streichen und dachte sich weitere Attraktionen für Stände während der Pause aus.


Nach der Pause folgte das Hauptstück, häufig ein selbst geschriebenes Theaterstück mit Gesangseinlagen.
In den ersten Jahren standen oft Stücke mit patriotischem Hintergrund auf dem Programm. Später wechselten durch die Jahre – wie Göppel in der Gloggi-Geschichte schreibt – «Lustspiele» und «Problemstücke» von hauseigenen Autoren einander ab.
Die Stücke von Butzi mit der Musik von Mops in den 1940er und die Stücke von Strubel in den 1950er-Jahren waren legendär. Die Lieder wurden häufig noch viele Jahre lang gesungen.



Auch in späteren Jahren blieben die Hauptstücke Höhepunkt des Familienabends. Entwicklungen wie die Jugendunruhen oder der Klimawandel wurden thematisiert, bei Jubiläen stand die Gloggi-Geschichte im Vordergrund und ab und zu durfte es auch eine Slapstickkomödie, ein Märchen oder eine Romanze sein.
Wer weiss, vielleicht geht die Geschichte der Gloggi-Familienabende eines Tages wieder weiter.




















































































