An unserem letzen Archivierungssamstag haben wir u.a. Gruppenbücher digitalisiert und uns einen Überblick über all die Abzeichen im Archiv verschafft. Die folgenden Abzeichen konnten wir nicht zuordnen:
Schreibt uns doch, was ihr über die Herkunft oder die Geschichte dieser Abzeichen wisst. Entweder im Kommentar oder an archiv@gloggi.ch . Vielen Dank!
1923 erhielt ein damaliger Gloggi-Leiter diese Postkarte von einem Freund. «Der Pfadfinder ist gut zu den Tieren» stand in französischer Sprache darauf. Die Karte stammte aus einer Serie von 10 Karten mit Sujets zum Pfadigesetz. „Der Pfadfinder schützt Tiere und Pflanzen“ wurde mit Zugtieren illustriert wurde, die damals Kutschen, Pflüge, Lastenwagen zogen und häufig auch geschunden wurden.
Welche Rolle spielten Tiere in der Pfadi?
In alten Berichten im Gloggi-Archiv liest man von Maultier „Hans“. Hans trug viele Jahre die Lasten auf den Restiberg, wo das Cevi-Haus und daneben ein Pfadiheim standen. Während die Pfadi ihr Material meist auf dem eigenen Rücken hochschleppten, war Hans für das Gepäck der älteren Cevi-Mitglieder zuständig. Das Maultier wurde, wenn es nicht gerade arbeitete, von CVJM-Mitgliedern und Pfadfindern gleichermassen gepflegt und gehätschelt.
Der Pfad zum Restiberg im Glarnerland. Hier säumte Maultier „Hans“ die Waren hinauf.
Nutztiere waren aber auch in den Lagern dabei, hier eine Ziege, die 1916 im Sola Lachen Milch gab und , wie das Glasplattendia zeigt, natürlich auch freundlich ins Lagerleben einbezogen wurde:
Eine besondere Beziehung hatten Wölfe und Pfadi natürlich zu den Tieren aus dem Dschungelbuch und zu Tieren, nach denen sie selbst, ihr Rudel oder ihre Gruppe benannt waren. Das zeigte sich auf den Wimpeln (jede Gruppe, manchmal auch jeder Pfadi hatte einen eigenen Wimpel) und in vielen Zeichnungen in den Gruppenbüchern. Nebenstehend 1963 Gruppe Voss, Totila. Unten: Rudel Star, (1930er-Jahre), Namenwimpel von Spatz (1940er-Jahre), Gruppe Gepard, Normannen (1960er-Jahre).
Eine häufige Aktivität im Wald war das Beobachten von Tieren. Spurenlesen wurde in allen Stufen geübt. Um Tiere aus anderen Weltgegenden zu beobachten, ging man oft in den Zoo (Billett und Zeichnungen von 1962).
In den Lagern holte man beim Bauern Frischmilch von Kühen und Ziegen. Manchmal alberte man auch mit den Tieren herum, setzte ihnen wie auf den Bildern 1932 und 1989 einen Hut auf. Das Vieh fand nicht immer Gefallen an den Pfadi, die auf ihren Weiden lagerten. Hier in der Mitte das zerstörte Wiking- Lager nach dem «Überfall der Rindviecher» 1962.
Freude hatte im gleichen Jahr der Korinth an Esel «Rino», den der Stamm im Tessin bei einem Bauern kennengelernt hatte. Er folgte den Korinthern den ganzen weiten Weg vom Lagerplatz nach Lugano, um dort Material abzuholen. Auf dem Rückweg half er zuerst, den Karren zu ziehen. Dann musste er mit Brot gelockt werden und schliesslich blieb er stehen. Die Pfadi mussten den Bauer holen. Mit seiner Hilfe kamen Rino und Material schliesslich ins Lager.
1956 fand das Bundeslager in den Freibergen statt, hier hatten dann alle Pfadi Gelegenheit, mit Freiberger Pferden Bekanntschaft zu schliessen:
Reiten und Kutschenfahren war auch danach ein Höhepunkt in verschiedensten Lagern, hier im PTA-Lager 1978:
Hühner spielten nicht nur als Eierlieferanten eine wichtige Rolle, sie wurden auch ins Lagerprogramm einbezogen. 1980 wurde im Gryfensee während des Herbstlagers ein Huhn entführt und musste von den Wölfen zurückerobert werden. Laut Lagerbuch soll es etwas verängstigt gewesen sein. Es legte aber, wie damals gezeichnet, bald trotzdem wieder ein Ei…
Auch Schweine, Meersäuli, Ratten (die anfangs 1980er-Jahre auch als Kuscheltiere gehalten wurden), bevölkerten die Gloggi-Lager.
Die treusten Begleiter waren aber Katzen und Hunde. Aus sehr vielen Lagern gibt es Bilder von Büsis, die sich noch so gerne streicheln liessen, hier 1958 im Lager der Wolfsmeute und 1968 bei den Normannen:
Suchhunde waren dabei, wenn die Leiter Lawinenkurse besuchten (1963 über Ostern),
und als Begleiter in verschiedensten Lagern.
Dieser herzige Hund wurde 2022 im Bundeslager mova sogar zum Instagram-Star (Bild Instagram).
Seit 112 Jahren gibt es die Gloggi-Pfadi. Aber warum heissen sie eigentlich so? Der Name «Glockenhof» geht auf eine Glockengiesserei zurück. Sie wurde 1490 von der Zürcher Glockengiesserfamilie Füssli eingerichtet, dort wo heute das Hotel und das Zentrum Glockenhof stehen. Die Füsslis hatten schon vorher am Rennweg Glocken und Haushaltgeräte gegossen
Die Glocken wurden weitherum für ihre gute Qualität und ihren schönen Ton geschätzt. Ebenso bekannt waren die Suppentöpfe (Mitte). In ihnen köchelte am Sonntag, wenn alle in der Kirche waren, der Eintopf fürs Mittagessen schön lange vor sich hin. Sehr gut verkauft wurden auch Geschütze, im Bild die grösste gegossene Kanone «Mercurius», die lange im Hof des Landesmuseums stand.
Das Giessen brauchte sehr viel Holz und dafür war die Lage des Glockenhofs ideal. Die Holzstämme aus dem Sihlwald wurden auf Sihl und Sihlkanal bis fast vor die Giesserei geflösst. Auf diesem Auschnitt aus der Meriankarte von 1642 (e-rara) sieht man gut, wo die Holzstämme aus dem Wasser geholt (roter Kreis), und dann in den Glockenhof gebracht wurden (blauer Kreis).
Die Sihl diente später als Herausforderung für viele «Pfadiübungen». Hier Wölfe und Pfadi Ende der 1960er-Jahre bei einer Sihlüberquerung. Niemand dachte wohl daran, dass hier einst Baumstämme aus dem Sihlwald vorbei geflösst wurden.
Die Giesshütte brannte 1830 ab. Die Füsslis stellten darauf den Giessereibetrieb ein. Das Gelände mit dem noch bestehenden Wohnhaus, dem «Glockenhaus» kaufte Kaspar Escher, Mitgründer der Firma Escher Wyss. Er vererbte es seiner Tochter Matthilde Escher, die darauf die St.-Anna-Kapelle und ein Heim für körperlich behinderte Kinder bauen liess. (Schon lange vorher hatte eine St.-Anna-Kapelle vor der Stadtmauer, auf der gegenüberliegenden Strassenseite bestanden. Der Name des Warenhauses St. Annahof erinnert noch daran, auch an den gleichnamigen Friedhof, der oben auf Karte und Zeichnung zu sehen ist.) Das Heim der Matthilde-Escher-Stiftung, das bis heute besteht, brauchte mit der Zeit mehr Platz. Die Stiftung verkaufte deshalb das Glockenhof-Gelände an den CVJM und das Freie Gymnasium. Die St. Anna-Kapelle wurde neu errichtet, Gymnasium (heute Bürogebäude) Hotel und Vereinshaus Glockenhof entstanden 1911 in ihrer heutigen Form:
Und hier gründete der 17 Jahre alte Sekretariatsgehilfe des CVJM, Emil Dändliker 1912 innerhalb der Knabenabteilung eine Pfadfindergruppe. Was lag näher, als sie Glockenhof zu nennen?
Glocken tauchen deshalb in der Gloggi-Geschichte immer wieder auf. Auch im Gloggi-Archiv bewahren wir eine auf. Es ist die Glocke, die der Gloggi (hier der damalige Korpsleiter Riss) 1975 den Manegg-Pfadi zu ihrem 50-Jahr-Jubiläum schenkte.
Am Gloggenair konnte man bei der Archivgruppe eine kurze Nachricht nur mit den Armen, also per «Semaphor» weitergeben. Jede Armstellung bedeutet einen Buchstaben. Was für fast alle neu war, war früher für die Wölfe eine Selbstverständlichkeit.
16 Buchstaben in der Minute konnte ein Wolf in den 1940er-Jahren «semaphörlen». Man war (wie hier 1942 im GP) stolz darauf, etwas zu können, das sonst nur noch die Matrosen konnten:
Auch die Pfadis brauchten Semaphor für kurze Distanzen:
Gruppenbuch Gemse, Tell 1938
Im GP wurde in den 1940er-Jahren empfohlen, sofort nach dem Aufstehen im kalten Schlafzimmer sämtliche Semaphor-Zeichen vor dem Spiegel zu üben, dann habe man mit Sicherheit wieder warm.
aus dem GP 1941
Im Alltag war das Telefon natürlich schneller. Weil bis in die 1950er-Jahre aber lange nicht alle eine Telefon hatten, wurden Nachrichten, wann man sich treffe als «Alarm» weitergegeben:
Gruppenbuch Wulp 1940
Wer kein Telefon hatte, wurde zu Fuss, per Trotinett oder Velo informiert. Vom Telefon im nahen Restaurant meldete man dann, dass man die Nachricht erhalten habe.
An ihren Anlässen hatten die Pfadi aber den den Ehrgeiz, Nachrichten über möglichst grosse Distanzen weiterzugeben.
Gruppenbuch Tell 1930
Am Tag konnte man sich mit solchen Winkerscheiben und dem Morsealphabet (-> Pfadiwiki) kilometerweit verständigen. Das hatte aber natürlich den Nachteil, dass alle, die morsen konnten, die Nachricht ebenfalls lesen konnten.
Deshalb chiffrierte man wenn nötig die Meldungen. Hier ein Beispiel aus dem GP 1937: Jeder Buchstabe wurde durch zwei andere ausgedrückt. Statt p wurde GH gemorst. Pfadi hiess dann
GH/QB/AB/KB/GE
So hatte jede Gruppe ihren eigenen geheimen Code. Wer ihn nicht kannte, hatte keine Chance, die Nachricht zu verstehen.
Das Übermitteln brachte so manchmal viel Wartezeiten mit sich, weil man die Meldung zuerst entschlüsseln musste.
Gruppenbücher Schwan 1962 und Luchs (Wulp) 1940
Einige Stämme besassen sogar Heliographen, eine Art abdeckbare Spiegel, mit denen man bei Sonnenlicht sehr weit morsen konnte.
Heliograph (Bild PD)
In der Nacht morste man mit Taschenlampen, Laternen oder sogar Blinkapparaten, die mit einem Dynamo angetrieben wurden. Sie waren zwar sehr schwer, aber es war ein gutes Gefühl vom Uetliberg auf den Pfannenstil zu blinken und sich zu verstehen.
Ab etwa 1960 liest man dann in GP und Gruppenbüchern weniger von solchen Methoden, Nachrichten weiterzugeben. Anderes rückte in den Vordergrund. Man morste mit Tastern, funkte, machte Radiosendungen und schliesslich begann das Internet, eine wichtige Funktion zu übernehmen.
Dies ist der letzte Beitrag der für die APV- und Heimvereins-GV 2023 zusammengestellten Geschichte des Pfadiheims Wallisellen. Den ersten Beitrag findet man hier, nachher kann man sich einfach durchklicken.
Das Pfadiheim Wallisellen, unterdessen häufig Pfadiheim Tambel genannt wird intensiv genutzt und muss, auch weil sich die Bedürfnisse ändern, ab und zu umgebaut werden. In den 1970er- und 1980er-Jahren werden Küche, Eingangspartie und die Sanitärinstallationen grundlegend erneuert.
Zu seinem 50-Jahr-Jubiläum beschliesst der Heimverein die grösste bisherige Änderung: statt des Schopfs soll ein neuer Anbau entstehen, das Heim wird rollstuhlgängig.
Einladung, beim Abbruch mitzuhelfen, Abteilung Gryfensee 1989
Fix als Heimvereinspräsident, die Baukommission unter Göppel, die Finanzkommission unter Vim, das Architekturbüro map mit Woom und all die aktiven Helferinnen und Helfer ermöglichen die Eröffnung am Georgstag 1990.
2001/2002 wird dann eine neue Küche eingebaut, 2004 eine Elektroheizung und 2006 werden die Fenster erneuert.
2007 erhält das Heim sein neues „Outfit“, eine neue Fassade aus Lärchenholz und rote Läden. Bei dieser Gelegenheit kommen die vielen Tonnen alter Zeitungen, die beim Bau für die Isolation verwendet wurden, wieder zum Vorschein. Sie werden durch eine moderne Isolation ersetzt. Heimvereinspräsident Marcel Weber v/o Yak kann ein schmuckes Heim mit langer Geschichte zur Weiterbenutzung übergeben.
Für den ganzen Gloggi, besonders aber für die frühere «Provinz», dann die Abteilung Gryfensee ist das Heim auf dem Tambel immer auch ein Stück Heimat.
Man trifft sich für Höcks und einfach, um zusammen zu sein. Rover und die Leiterinnen und Leiter führen lange einmal im Jahr eine Heimputzete durch, Ehemalige übernehmen die Heimverwaltung.
Heimputzete mit den vielen Wolldecken 1973 und Eröffnung Heimchäller 1974
1974 wird der «Heimchäller» für die Abteilung Gryfensee eröffnet. Dieses 1990 mit dem neuen Anbau weiter ausgebaute Zentrum verstärkt die Bindung der Abteilung ans Heim noch.
Die Pfadiabteilung Gryfensee beim Heim, 1974 und 1978
Durch die vielen Ausbildungslager, Anlässe und Heimnwochen bleibt das Heim auf dem Tambel wichtiges Zentrum des ganzen Gloggi.
Verschiedenste Anlässe im Heim Wallisellen
Das ist bis heute so geblieben, der Gloggi trifft sich immer wieder im Tambel in Wallisellen, hier der 90+1 -Geburtstag des Gryfensee
und im September 2023 findet ja das Gloggenair statt.
Das Walliseller Heim auf dem Tambel wird für Ausbildungskurse, Lager, Weekends und Höcks rege benutzt, auch ausländische Pfadfinder verbringen hier gerne einige Tage.
In den 1950er und 1960er-Jahren wird weiter gebaut, ein Anschluss an die Kanalisation ist nötig, die Wiese muss planiert werden usw.
Immer wieder werden am Georgstag aber auch grosse Heimfeste gefeiert, mit Ständen, Theater, Bahnen, Wettbewerben, Pfaditechnik-Demonstrationen usw. Die Pfadi übernachten in Zelten, am Sonntag werden nach einem Feldgottesdienst dann die Eltern, APV, Freundeskreis und Behörden begrüsst, so am Georstag 1951, 1954, dann zum 50-Jahr-Jubliläum des Gloggi 1962 und 1967 unter dem Motto «Wunderlampe».
1951 muss das Fest wegen abermals strömendem Regen um eine Woche verschoben werden, am folgenden Wochenende ist es mit Jeepfahrten, Jazz-Orchester und unzähligen Buden und Ständen aber ein voller Erfolg:
Aus dem GP 1952
1954 errichtet der Theben eine Schwebebahn zum Reservoir, die Rover der Rotte «Graal» spielen Jazz, ein Riesenrad mit allen Zugswappen thront auf dem Reservoir und neben allen Buden und Ständen gibt es für die Jüngeren auch Kasperlitheater.
Hier dank der Dias von Ruedi Schüle v/o Sugus (Herzlichen Dank!) Ein paar Eindrücke vom Heimfest 1962, dem 50-Jahr-Jubiläum des Gloggi (durch Klick vergrössern):
Tor zur „Gloggi-Strasse“Transport Aubrugg – PfadiheimDas Zeltlager vom Turm ausFestgeländeTheaterStamm ManesseDas BähnliTrapperkücheTurm auf dem ReservoirAbteilungsbesammlungÜbermittlungsdemonstration des WikingWulp-Stand
Und hier aus einem Nachlass einige archivierte Eindrücke des Heimfestes 1967 , das unter dem Motto «Wunderlampe» stand .
Nach einem Schlussspurt kann das Heim am 1. Mai 1949, dem Georgstag eingeweiht werden. Es regnet in Strömen. Die NZZ berichtet von der «Erfüllung vieler Wünsche und Träume».
Die Gruppe Mungo aus dem Olymp beschreibt den Tag ziemlich nüchtern folgendermassen:
Rapporte Gruppe Mungo, Olymp
Das Heim ist allerdings noch lange nicht fertig eingerichtet, vor allem fehlen noch die Matratzen. Es muss dafür nochmals Geld gesammelt werden.
Aus dem GP 1949
Über die fehlenden Matratzen macht sich der APV in einer Schnitzelbank lustig, er geht davon aus, dass sie dann im Jahr 2000 bestellt sein werden.
Erinnerungsbuch des damaligen Abteilungsstabes
Schliesslich ist alles zur Vermitung bereit, das neue Heim samt Kachelofen und Waschbecken im Eingangsbereich präsentiert sich in bestem Zustand:
Der Heimverwalter hat allerdings noch etwas Sorgen mit der Wiese:
GP 1949
Aber ab Frühling 1950 ist das Heim tatsächlich «in vollem Umfange benutzbar».
1945, nach dem zweiten Weltkrieg kann nun wieder an den Bau des Pfadiheimes in Wallisellen gedacht werden. Ein grosser Verlust für die Abteilung ist, dass einer der treibenden Kräfte, Max Gysler v/o Vetter, früher Gründungsredaktor des Goldenen Pfeils und Abteilungsleiter an einem Pfadianlass an Herzversagen stirbt. Der mit dem Gloggi eng verbundene Pfarrer und Schriftsteller Niklaus Bolt schreibt im GP:
Aus: Der Goldene Pfeil, 1945
Der Gloggi ist durch die Durchführung von Kinderlagern für kriegsgeschädigte Knaben stark gefordert. 1947 spalten sich Pfadi aus verschiedenen Zügen ab und gründen die neue Abteilung «Fels», was den Gloggi in eine Krise stürzt. Auch die Finanzierung für das Pfadiheim in Wallisellen ist nach wie vor nicht gesichert.
Trotzdem will man den Heimbau vorantreiben, Eugen Heer, früher Pfadi und Leiter im Zug Orion zeichnet ein neues Projekt.
Aus: Der Goldene Pfeil, 1949
In den Abteilungsakten ist aber vermerkt, dass noch keine Entscheide gefallen seien – das Finanzloch ist gross.
1947 kann aber mit dem Nachlass von Max Gysler v/o Vetter eine Stiftung gegründet werden, die über 50’000 Franken an den Heimbau beitragen wird:
Schweizerisches Handelsamtsblatt, November 1947
Weitere Finanzaktionen erfolgen 1948 mit Schwung:
der Heimbau kann beginnen. Die Isolation soll mit Zeitungspapier erfolgen, Wölfe, Pfadi und Rover sammeln also bei Eltern, Verwandten und Bekannten je nach Quelle 7 bis 12 Tonnen Zeitungspapier. Wie aus den Abteilungsakten ersichtlich ist, wird dafür keine Bewilligung eingeholt:
Das Heim wird jetzt in sehr schneller Zeit gebaut, Spatenstich ist am 16. Oktober 1948, die Einweihung soll dann bereits am Georgstag 1949, am 1. Mai stattfinden.
Der Einsatz des ganzen Gloggi ist nötig, um vorwärts zu kommen, werden z.B. statt Chlausweekends Arbeitseinsätze durchgeführt, wie im GP schön beschrieben ist: «Statt Chlausübung, wir armen Gsellen, ins Heim wir mussten, nach Wallisellen»:
1939 ist der Heimverein für das Pfadfinderheim Wallisellen-Dübendorf im Besitz des Landes auf dem Tambel, eine weitere Projektskizze für das Heim entsteht (Bildquelle: ETH-epics)
Aus: Der Goldene Pfeil, 1949
Der Ausbruch des zweiten Weltkrieges lässt aber nicht mehr an Finanzierung und Bau denken. Um die Nahrungsmittelversorgung sicherzustellen, wird die Ackerfläche überall in der Schweiz erweitert, ab 1941 spricht man von «Anbauschlacht» und der Olymp beteiligt sich daran. Die Presse berichtet lobend:
Schweizerisches Frauenblatt, 31. Januar 1941
Anfangs läuft noch nicht alles nach Plan (wie auf vielen anderen neuen Anbauflächen auch nicht), so dass der Gemeinderat eine Rüge «wegen mangelhafter Wartung des Ackers» erteilt. Heimverein und Abteilung lassen das aber nicht einfach auf sich sitzen und schreiben einen Brief zurück:
Eine Lösung wird gefunden, in dem man dem Familiengartenverein beitritt und so etwas Beratung erhält. Schon im Folgejahr findet sich in den Abteilungsakten der Vermerk, dass die Kartoffeln «à la merveille» gedeihen. (Die Abkürzung ABS bedeutet «Anbauschlacht»)
Abteilungsakten 1942
1941 und 1942 werden Kartoffen angebaut, 1943 Mais und 1944 Mohn. Das Öl kann «punktefrei», d.h. ohne dass Punkte von Lebensmittelkarten benötigt werden, an die Eltern verkauft werden.
Aus dem Verkaufserlös wird der Heimfonds weiter gespiesen, der APV muss keine Unkosten übernehmen.